Zitronenlimonade„Sie machen ja aus Zitronen Limonade“, sagte eine Bekannte neulich zu mir, „das Beste aus dem Gegebenem.“ Lustiges Bild, aus Zitronen Limonade machen, damit die Situation schmeckt. Nein, den Ausdruck kannte ich nicht. Und so schickte sie mir den gesamten Spruch: „Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade draus!“

Ist schon ‚was Wahres dran, das Leben wird weniger bitter, wenn wir es versüßen, vielleicht werden auch wir dann auch weniger sauer. Sicherlich ist es dem einen leichter gegeben, das Positive in einer Situation zu entdecken, als dem anderen. Und die eine hat es vielleicht bereits geübt, die andere noch nicht gelernt.

Neben der Fähigkeit und Weisheit, zu unterscheiden, was wir hinnehmen sollten, weil wir die Situation nicht verändern können – und diese sollten wir uns dann unbedingt versüßen – , brauchen wir auch die Fähigkeit und den Mut, die Dinge zu ändern, die wir ändern können.

Im Coaching bemerke ich immer wieder, dass viele Angst vor Veränderung haben, weil sie davon ausgehen, dass dann alles Bisherige verloren geht. Doch Veränderung ist keine Frage der Radikalität, sondern der Disziplin.

Mit der Veränderung beginnen, schon bei sich selbst, kleine Schritte gehen, diese aber wirklich tun, Geduld haben und kontinuierlich dran bleiben… Das bewirkt Veränderung. Das Leben ist wirklich kein Ponyhof und auch kein Wunschkonzert. Leider. Wünsche an das Universum zu schicken und zu hoffen, dass sie einem auf dem Tablett serviert werden, das funktionierte – wenn wir Glück hatten – zuletzt als Kinder an Weihnachten. Ich darf wünschen, hoffen, aber wenn ich möchte, dass ‚was passiert, dann kann nur ich alleine etwas dafür tun.

Mir war die Limonade, die ich neulich getrunken habe, zu süß. Aus der Zitrone mache ich das nächste Mal lieber einen Zitronenkuchen. Aber am liebsten mag ich sie im Martini, mit Eiswürfeln, da bleibt noch ein bisschen ihrer Bitterkeit übrig.