„Im Buddhismus zählt der Neid zu den fünf Geistesgiften. Doch anders als das Christentum, das ihn mit allen Mitteln zu bekämpfen sucht, erkennt die buddhistische Philosophie in diesem energiegeladenen Gefühl auch das Potenzial zur Veränderung.

Der Neid kann durchaus zu einem wichtigen Wegweiser für die eigene Entwicklung werden. Denn er führt uns zu alten, im Unterbewusstsein wirksamen Gefühlen, die transformiert werden möchten. Er kann zur Medizin werden, wenn wir seinen bitteren Geschmack nicht scheuen und bereit sind, an ihm zu arbeiten und ihn zu verändern. Ohne Scham und ohne Furcht.

Hierbei hilft es, wenn Sie sich bei einem Anflug von Neid zuerst einmal bewusst machen, dass Sie jetzt gerade Neid empfinden und diese Tatsache nicht sofort wieder zu verdrängen versuchen. Sie können sich damit beruhigen, dass es sich dabei um ein zutiefst menschliches Gefühl handelt, das jeder kennt.Verändern Sie dann ganz gezielt die Perspektive: Blicken Sie auf das, wofür Sie in Ihrem Leben dankbar sein können. Zählen Sie alles auf, was Ihnen einfällt.

Nichts lindert Neidattacken effektiver als die Dankbarkeit für die Errungenschaften des eigenen Lebens und für die Menschen, die man liebt.“

Entnommen aus: Katharina Ceming und Christa Spannbauer: „Der spirituelle Notfallkoffer“, Trinity Verlag, München 2015 und gehört in Bayern2 – Gedanken zum Tag.