Alles ist ein Versuch, sagte ja schon vor vielen Jahren mein damaliger Yoga-Lehrer Bob; seitdem begleitet mich dieser Satz und ist Teil meiner Lebenshaltung geworden. Einen Plan zu haben, ein Ziel, ist gut und manchmal lässt sich dieser auch verwirklichen – ihm nachzugehen ist wichtig und gut. Aber manchmal ist Flexibilität gefragt, Offenheit für die Unberechenbarkeit des Lebens.

Als ich auf die Methode des Design Thinkings gestoßen bin, hat genau das mich fasziniert: dass Gestaltung zu einer Geisteshaltung wird, zu einem „Mindset“ – und Lösungen gestalterisch angegangen werden, ganz wie mein Motto: Veränderung gestalten.

Zentral sind beim Design Thinking drei Gedanken:

  1. Co-Creation: Nur gemeinsam kommt man zu neuen, bahnbrechenden Ideen.
  2. Das Prinzip von Ideation – Prototyping – Iteration: Zu Beginn des Innovationsprozesses steht die genaue Durchdringung von Ausgangs- und Zielsituation und der Entwicklung von Ideen – auch verrückten – , danach werden Prototypen entwickelt und gestestet, bestehende Fehler werden dann durch die Wiederholung und die laufende Verbesserung (Iteration) nach und nach ausgemerzt; so bewegt sich das Produkt Richtung Optimum.
  3. Innovation und Nachhaltigkeit: Komplexe Fragen werden durch den strukturierten Prozess innovativ, langfristig und bestmöglich gelöst.

Das Design Thinking haben Robert Kötter und Marius Kursawe von Work Life Romance auf das Coaching übertragen: „Wenn diese Methode so gut darin ist, richtig vertrackte Probleme zu lösen, warum setzen wir das nicht mal für das Riesenrätsel ein, dass fast alle Menschen vor sich hertragen: die Suche nach dem richtigen Leben und der passenden Arbeit?“
Ihre Arbeit haben die beiden auch im Buch „Design Your Life – Dein ganz persönlicher Workshop für Leben und Traumjob!“ festgehalten und geben so – über Workshops hinaus – auch die Möglichkeit, dass man sich auch selber am Design seines Lebens macht.

Fasziniert von der flexiblen, lösungsorientierten und kreativen Arbeitsweise, dem dahinterliegenden Ansatz und „Mindset“ habe ich mich schon im letzten Herbst für die Ausbildung zum Life Design Coach angemeldet – und bin nun zertifizierter Life Design Coach.

Und tatsächlich, wie Marius und Robert sagen: „die Methoden, die Haltung und die Prozesse von Design Thinking lassen sich wunderbar auf das echte Leben anwenden.“ Ich hab’s probiert – stimmt!

Mir gefallen die Methoden ausgesprochen gut, sie vermitteln Leichtigkeit und Experimentierfreude, der kreative, dynamische und sehr effiziente Prozess regt dazu an, das Herangehen an eine Lösungsfindung als stetigen Prozess zu sehen und sich nicht durch die Suche nach dem einen optimalen Ergebnis unter Druck zu setzen. Die Visualisierung von Ausgangssituation und Ergebnis konkretisiert und klärt – bringt Lösung und Umsetzung nahe.  Das Grundprinzip von Analyse – Prototyping – Iteration ermutigt zu einer Haltung des Versuchens, Scheiterns und Weiter-Machens – unerlässlich auf der Suche nach einer guten Lösung bei schwierigen, komplexen Fragestellungen.
Und: die Arbeit macht Spaß – Freude beim Tun und beim Experimentieren ermutigt. Toll!

Design Thinking ist eine tolle Herangehensweise bei Fragen der beruflichen Orientierung, aber natürlich auch bei den Fragen für Bestandsaufnahme, Lösungsfindung und Veränderung überhaupt: Wo stehe ich? Was sind meine wirklichen Prioritäten? Welche Möglichkeiten gibt es, an die ich bis jetzt noch nicht gedacht habe? Welche Wege gibt es für die Umsetzung? Wie werde ich/wie werden wir diese angehen.

Experimentelle flexible MethodenIns Einzelcoaching habe ich die neuen Kenntnisse bereits eingebracht, auch in der Supervision und im Gruppencoaching, Workshops kommen ab Herbst. Mein Plan: Wie kann ich mein Leben anreichern – auch wenn es kein Jobwechsel werden wird bzw. sein soll.

Übrigens habe ich eine Methode im Rahmen einer „Design-Challenge“ während der Fortbildung zusammen mit einem kleinen Team entwickelt, den Detector. Dieser kann immer dann eingesetzt werden, wenn es mit der Umsetzung von Vorhaben nicht klappt. Hilfreich. Darüber beim nächsten Mal, kommenden Sonntag.

Vielen Dank an dieser Stelle euch, Marius und Robert, für die inspirierenden Tage und den wertvollen Input. Danke auch an meine 12-köpfige „Lehrlings-Gruppe“, mit der es Freude gemacht hat, Neues auszuprobieren und vertrauensvoll gemeinsam zu lernen. Wir sehen uns…

Hier ein kurzer Film zum Design Thinking: