Vielleicht weil ich jetzt länger mit einer heftigen Erkältung lahm gelegt war und viel Zeit hatte, habe ich mich erinnert, wie wohltuend es ist, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen, Ruhe und Zeit zu haben. Einfach mal über das und jenes nach-denken, oder dies und das vor-denken – in sich hineinhorchen.

Denken ist wohltuend und wertvollViel zu selten nehme ich mir die Zeit dafür. Ein ständiges Machen und Tun im lauten Treiben lässt auch mir wenig Raum für Stille und Zu-mir-Kommen. Dabei gibt es permanent Entscheidungen zu fällen: auf welcher Basis tue ich dies eigentlich? Sprechen, lesen, argumentieren, Ergebnisse erzielen … Ständig in Bezug sein, zu anderen Menschen, zu den anstehenden Aufgaben, zur Fragestellung …

Pause!

Und dem Satz nachhängen: „Geht es dir auch manchmal so, dass du dich in einem Leben wiederfindest, das zum Großteil eine Folge deiner Entscheidungen ist, das aber gleichzeitig mit den Konsequenzen, wie du sie dir ausgemalt hattest, nichts zu tun hat?“ (Bei Sturm am Meer von Philipp Blom, Paul-Szolnay-Verlag, 2016)