Die Pfingstrosen, die vergangene Woche in meiner Vase standen, haben nach und nach ihre Blütenblätter abgeworfen. Dabei fiel mir auf, wie grazil und vielgestaltig diese sind: jedes einzelne sieht anders aus.

Hinter allem steckt mehr, wenn wir nur genau hinsehen

Nach und nach rieselten sie auf den Tisch, es bildete sich ein richtiges Häufchen – lauter einzelner Blätter.

Dann ging mir der Gedanke durch den Kopf, dass wir die Blume ja eigentlich von ihrem Ende her betrachten – wir sehen nur das Endergebnis, die Summe, aber nicht das, woraus die Blüte eingentlich besteht: aus vielen Einzelbestandteilen, die erst zusammen dieses Meisterstück ergeben.

Ist es nicht so, dass wir bei Veränderungsprozessen zu selten die Einzelmomente sehen, die bereits eine Facette, ein kleiner Schritt, hin zur Veränderung bedeuten?

Viel zu oft sehen wir dann, dass wir es immer noch nicht geschafft haben, immer noch nicht unser Ziel erreicht haben… und geben zu schnell auf.

Den Blick für die kleinen Fort-Schritte, die Details, die zusammen kommen müssen, um das schöne Ganze zu ergeben, den vergessen wir.

Klar ist die Blume als Blume am schönsten. Aber gäbe es nicht die ganzen kleinen Bestandteile, dann wäre sie vielleicht ein farbiger Klotz und nicht filligran, einzigartig, vielfältig, zart – und einfach wunderhübsch.

 

Beitragsfoto: Alex Coan © Adobe Stock