Einen Besuch im Kletterpark hatte ich mit meinem 9-jährigen Neffen vereinbart, mit Ausflug machen und zusammen essen und es richtig schön und lustig zusammen haben. Natürlich gehörte die richtige Musik für die Autofahrt dazu, nämlich seine. So lernte ich ein tolles neues Lied kennen: Der Schweinehund von „Deine Freunde„.

Da heißt es: „… Und dieser kleine Schweinehund, der hatte keine Sorgen. Denn alles, was er tun musste, tat er lieber morgen. Und dieser Schweinehund drückt sich vor Aufgaben, eigentlich ist er nur glücklich beim Ausschlafen. Alle Finger bleiben gerade, keiner wird gekrümmt, ja, so ist bei ihm die Lage.

Was er am liebsten macht? Nichtstun!
Und hat er das erst geschafft: Ausruhen!
Jeden Tag, jede Nacht: Freizeit!
Den letzten Abwasch gemacht: Steinzeit!
Und alles das, was heute noch zu tun ist, steht ganz oben auf der Not-to-do-List. …

Und auch, wenn die Leute drüber meckern und diesen Schweinehund nicht immer lieben können, sind am Ende wieder alle froh darüber, dass wir ihm alles in seine Schuhe schieben können. …“

Das war also der Grundkurs in Schweinehunderei. Es geht schon den Kindern so und viele Zeitgenossen kennen dieses Tier persönlich. Ich musste lachen.

Manchmal ist es aber gar nicht lustig mit dem Schweinehund, das ist dann eine richtige Plage, unter der man länger leiden kann. Erst neulich hatte ich in der Beratung einen Fall von akutem Schweinehund-Befall. Die operative Arbeit läuft super, aber die administrativen Tätigkeiten…
Es klingt und ist viel zu banal, einfach zu sagen: „Geben Sie es auf Ihre Tagesliste und machen Sie’s halt! Überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund – mit Zielorientierung und Willensstärke!“ Geht doch.

Wenn es so wäre, dann gäbe es schon längst keine Schweinehunde mehr.
Oder vielleicht fast keine mehr, nur noch wenige … Und dann stünden diese wenigen übrigen Schweinehunde auf der roten Liste der aussterbenden Arten, wären besonders geschützt und würden von Forschern und Liebhabern gesucht und gepflegt werden – und die Menschen mit Aufschieberitis würden dafür bestaunt und vielleicht sogar beneidet werden … Das wäre doch wirklich verrückt!